Die Zeit nach 1990 war für Falkenberg, wie für alle ostdeutschen ländlichen Gemeinden, eine Phase tiefgreifender Umbrüche, die von der Suche nach einer neuen wirtschaftlichen und sozialen Identität geprägt war.
Durch die Förderung im Rahmen der Dorferneuerung wurden die Infrastruktur und das Ortsbild umfassend saniert. Straßen, Gehwege und die öffentliche Beleuchtung wurden modernisiert. Ältere Bauernhäuser wurde oft liebevoll restauriert. Die Lebensqualität verbesserte sich und das Bewusstsein für die eigene, lange Geschichte erstarkte.
Rückkehr der ehemaligen Gutsbesitzer
Der letzte Gutsherr von Falkenberg Udo v. Alvensleben wurde 1945 durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet. Das Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert wurde teilweise abgerissen und die Familie floh.
Nach 1990 kehrte die Familie von Alvensleben nach falkenberg zurück. Sie erwarb einen Teil des alten Besitzes wieder und richtete darauf einen modernen Agrar- und Forstbetrieb ein. Diese Entwicklung gilt als Beispiel dafür, wie in Ostdeutschland historische Gutsbesitzerfamilien nach 1990 ihr „Erbe“ in die moderne Marktwirtschaft überführten. Die Familie engagiert sich seitdem in der Pflege des ehemaligen Gutsparks und hält das Bewusstsein für die Geschichte des Ortes wach.
Kreisgebietsreformen
Die Kreisgebietsreformen ware wichtige Ereignisse im Bewusstsein der Falkenberger, die bis heute, insbesondere bezüglich ihrer Durchsetzung, immer wieder für Gesprächsstoff sorgen.
Die Ausgangslage nach der Wende (1990–1993)
Zunächst blieb Falkenberg Teil des Kreises, der aus der DDR-Zeit übernommen wurde: Falkenberg lag im Kreis Fürstenwalde (ehemals Bezirk Frankfurt/Oder). Falkenberg war eine eigenständige Gemeinde, wurde aber bereits von der Verwaltungsgemeinschaft Amt Odervorland mit Sitz in Briesen betreut (eine Form der Verwaltungskooperation für kleine Gemeinden).
Die Kreisreform 1993 (Die Große Fusion)
Die umfassendste und wichtigste Reform in Brandenburg war die Kreisgebietsreform von 1993. Sie führte zur Zusammenlegung kleinerer, historischer Landkreise zu größeren Einheiten. Der Kreis Fürstenwalde wurde aufgelöst. Falkenberg wurde Teil des neu gebildeten Landkreises Oder-Spree. Sitz der neuen Kreisverwaltung wurde Beeskow.
Falkenberg wechselte damit die administrative Ebene von einem Kreis, der stark auf Fürstenwalde ausgerichtet war, zu einem viel größeren, geografisch weitläufigeren Kreis Oder-Spree, der sowohl die Nähe zur Oder als auch die Region um Storkow/Beeskow abdeckte. Die direkte Verwaltung durch das Amt Odervorland blieb jedoch erhalten.
Kommunale Neuordnung (2003) – Eingemeindung
Die zweite große Welle von Reformen betraf die Ebene der Gemeinden und Ämter. Das Ziel war, durch Fusionen die Verwaltungskraft der oft sehr kleinen, finanzschwachen Gemeinden zu stärken. Am 26. Oktober 2003 wurde Falkenberg zusammen mit anderen Gemeinden (wie Alt Madlitz, Briesen und Kersdorf) in die größere Gemeinde Briesen (Mark) eingegliedert. Falkenberg verlor seinen Status als eigenständige politische Gemeinde, was von manchen als Verlust der eigenen Identität empfunden wurde. Die Verwaltung und wichtige Entscheidungen wurden nach Briesen verlagert. Seitdem ist Falkenberg offiziell ein Ortsteil der Gemeinde Briesen (Mark). Die politische Verwaltung liegt nun beim Gemeinderat in Briesen, während die grundlegende Verwaltung beim Amt Odervorland verbleibt.
Die wichtigste Folge der Reformen war die Vergrößerung der Distanz zur politischen Entscheidungsfindung und der Verlust der Selbstverwaltung auf kommunaler Ebene.