In der Zeit der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und später in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) durchlief Falkenberg, wie viele andere Dörfer, eine tiefgreifende Transformation von einem traditionellen Gutsdorf zu einem kollektivierten Agrardorf.
Das Ende der Gutsherrschaft
(1945–1949)
Unmittelbar nach dem Kriegsende setzte in der sowjetischen Besatzungszone die Bodenreform ein, welche die gesamte soziale Struktur Falkenbergs sprengte. Das Gut Falkenberg, das über Jahrhunderte die Wirtschaft und das soziale Leben dominiert hatte, wurde enteignet. Die Ländereien der ehemaligen Gutsbesitzer (Junker) wurden entschädigungslos an Kleinbauern, Landarbeiter und Neubauern, also Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten, verteilt. Diese Landzuteilung schuf zunächst große Herausforderungen. Den Neubauern fehlten oft das notwendige Gerät, Zugtiere und das Know-how für die Bewirtschaftung der fremden Böden.
Der Weg zur Kollektivierung
(1950er Jahre)
In den 1950er Jahren trieb die DDR-Führung die Kollekivierung der Landwirtschaft voran, was den Bauern in Falkenberg die größte Veränderung seit Jahrhunderten aufzwang. Viele Bauern, insbesondere die durch die Bodenreform neu entstandenen Kleinbauern, wurden unter politischem Druck dazu angehalten, sich zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammenzuschließen. Die Gründung der LPG Falkenberg markierte das Ende der eigenständigen Landwirtschaft. Die Bauern mussten ihre Maschinen, ihr Vieh und später ihr Land in die Genossenschaft einbringen.
Falkenberg in der konsolidierten DDR
(1960er bis 1980er Jahre)
Mit der vollständigen Kollektivierung stabilisierte sich die Struktur des Dorfes, aber das Leben war nun vollständig zentral gesteuert. Die LPG wurde zum einzigen und dominierenden Arbeitgeber in Falkenberg. Sie bestimmte den Arbeitsalltag, die Löhne und die soziale Versorgung der Bewohner. Es entstanden große Viehställe und Maschinenhallen. Im Laufe der Zeit spezialisierten sich die LPGs. So wurden häufig die Pflanzenproduktion (Ackerbau) und die Tierproduktion getrennt. Falkenberg war in dieses spezialisierte System des Kreises Fürstenwalde/Briesen eingebunden. Die Infrastruktur wurde im Rahmen von staatlichen Programmen wie dem „Komplexen Wohnungsbau“ verbessert. Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, die in der DDR oft schwierig war, erfolgte über die Konsum-Genossenschaft. Während die meisten im Dorf in der LPG arbeiteten, pendelten einige Einwohner weiterhin nach Briesen zur Bahn oder in die dortige Glashütte.
Das Ende der DDR und die Wende (1989/1990)
Die friedliche Revolution von 1989/1990 brachte auch für Falkenberg das Ende des sozialistischen Systems und eine neue Phase der Unsicherheit. Die LPGs lösten sich entweder auf oder wandelten sich in Kapitalgesellschaften um. Die Menschen standen vor der Herausforderung, ihre ehemaligen genossenschaftlichen Betriebe in die freie Marktwirtschaft zu überführen. Die Verwaltung des Dorfes wurde im Zuge der Wiedervereinigung in das bundesdeutsche System überführt.