Die Region erlebte nach der totalen Zerstörung des Dreißigjährigen Krieges einen sehr langsamen, aber stetigen Aufschwung, der maßgeblich von der kurfürstlichen und königlichen Kolonisierungspolitik in Brandenburg-Preußen getragen wurde.
Die Zögerliche Erholung
(1650er bis 1700er Jahre)
Unmittelbar nach dem Westfälischen Frieden 1648 gab es keinen sofortigen Aufschwung; stattdessen herrschte Chaos und Pest. Die Dörfer waren Wüstungen (aufgegebene Siedlungen), die Felder verbuscht.
Der „Große Kurfürst“ (Friedrich Wilhelm) initiierte erste Maßnahmen, um das Land wieder zu beleben. Wichtigstes Mittel war die Neubesiedlung. Überlebende Gutsbesitzer (wie die von Wulfen in Alt-Madlitz) und der Staat warben Siedler an, oft mit dem Versprechen jahrzehntelanger Steuerfreiheit und der Bereitstellung von Saatgut und Bauholz.
Es dauerte Generationen, bis genügend Arbeitskräfte und Vieh vorhanden waren, um die entvölkerten Höfe von Falkenberg und Briesen wieder vollständig zu bewirtschaften. Die Einwohnerzahlen erreichten erst um 1750 wieder das Vorkriegsniveau.
Die Friderizianische Kolonisierung
(1740er bis 1780er Jahre)
Unter König Friedrich II. („Der Große“) erlebte die Region einen gezielten Aufschwung, der primär auf der staatlichen Ansiedlungspolitik beruhte.
Friedrich der Große sah die Trockenlegung von Sümpfen und die Besiedlung von Ödland als Schlüssel zur Stärkung Preußens an. Das hatte direkten Einfluss auf die Region um Briesen und Falkenberg, wo Hugenotten (französische Glaubensflüchtlinge) und andere Siedler aus dem Südwesten Deutschlands angesiedelt wurden.
Der Ausbau der Wasserwege (Kanäle zur Entwässerung der Niederungen) und der Poststraßen stabilisierte die Region, die nun besser an Frankfurt (Oder) und Berlin angebunden war.
Gerade in Gutsdörfern wie Falkenberg führte die staatliche Förderung und die gezielte landwirtschaftliche Entwicklung (Einführung neuer Fruchtfolgen, Verbesserung der Tierhaltung) zu einem bescheidenen Aufschwung des Gutsbetriebs.
Der Aufschwung vor der Eisenbahn
(1800er bis 1840er Jahre)
Im frühen 19. Jahrhundert, nach den Stein-Hardenberg’schen Reformen, verbesserte sich die wirtschaftliche Lage vieler Bauern und des Bürgertums.
Die Bauernbefreiung und die Regulierung der gutsherrlichen Rechte im Rahmen der landwirtschaftlichen Reformen führten dazu, dass viele Bauern in den Dörfern zu Eigentümern ihres Landes wurden. Dies setzte neue wirtschaftliche Anreize.
Die Nähe zur Handelsstadt Frankfurt und die Nutzung der Flüsse (wie der Spree) für den Holz- und Warentransport förderten kleine Handwerksbetriebe. Ein wichtiger Schritt zur Industrialisierung der Region war die Gründung der Briesener Glashütte, welche die reichen Vorkommen an Holz (als Brennstoff) und Sand nutzte. Solche Betriebe zogen neue Arbeitskräfte an und schufen erstmals Lohnarbeit außerhalb der Landwirtschaft.
Insgesamt erholte sich die Region, angetrieben durch staatliche Neubesiedlung und agrarwirtschaftliche Reformen, und bereitete sich auf das eigentliche Wachstum der Industrialisierung vor, die mit dem Bau der Eisenbahnlinie Berlin–Frankfurt (Oder) um 1842 begann und die Region vollständig veränderte.